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Unserer Blicke haben sich getroffen

Gedanken von
der anderen Seite
der
Zwingerkäfige
*

Unsere Blicke haben sich getroffen , als sie erschrocken in die Käfige sah, während sie den Gang entlang ging. Ich habe sofort gespürt, was sie braucht und dass ich ihr helfen muss.

 

Ich habe mit dem Schwanz gewedelt, aber nicht zu sehr, damit ich sie nicht erschrecke. Als sie neben meinem Käfig stehen geblieben ist, habe ich ihren Blick von dem kleinen Missgeschick in der Ecke meines Käfigs abgelenkt. Ich wollte nicht, dass sie weiß, dass ich heute noch nicht spazieren war. Manchmal haben die Angestellten im Tierschutzhaus so viel zu tun und ich wollte nicht, dass sie schlecht von ihnen denkt.

 

Als sie meine Karte am Käfig las, hoffte ich, dass sie nicht wegen meiner Vergangenheit traurig sein wird. Ich habe nur eine Zukunft, ich sehe nach vorn und möchte jemandes Leben verändern.

 

Sie kniete und schickte mir einen Kuss entgegen. Ich habe eine Schulter und meinen Kopf ans Gitter gedrückt, um sie zu trösten. Ihre Finger haben meinen Hals gekrault, sie hat so verzweifelt Gesellschaft benötigt. Eine Träne lief ihr das Gesicht herunter, und ich habe eine Pfote gehoben, damit sie versteht, alles wird gut.

 

Bald öffneten sich die Türen meines Käfigs und ihr Lächeln war so schön, dass ich ihr sofort in die Arme sprang.

 

Ich verspreche, immer auf sie aufzupassen.

Ich verspreche ihr, immer bei ihr zu sein.

Ich verspreche, immer alles dafür zu tun, dieses Lächeln zu sehen und diesen Funken in ihrem Auge.

 

Ich hatte Glück, dass sie den Gang entlang ging. Es sind viele, die nicht den Gang entlang gehen. Es sind viele, die man retten muss. Ich habe es geschafft, wenigstens einen zu retten.

 

Ich habe heute einen Menschen gerettet.

 

 


 

Autor: Diana Steinberger -- 23.12.2013 10:58:11

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